Zitate/Buchzitate

Wie oben, so unten.
Wie innen, so aussen.

Vertraue denen, die nach der Wahrheit suchen, und misstraue denen, die sie gefunden haben.
A.Gide

 

Derjenige, der andere kennt, ist weise,

derjenige, der sich selbst kennt, ist erleuchtet.

Laotse

Nur einmal machte man mich sprachlos.

Es war, als mich jemand fragte:

„Wer bist du“

Khalil Gibran

Du magst denjenigen vergessen, mit dem du gelacht,

aber nie denjenigen, mit dem du geweint hast.

Khalil Gibran

Wer viel spricht hat weniger Zeit zum denken.

Indisches Sprichwort

Auge um Auge-und die ganze Welt wird blind sein.

Mahatma Gandhi

Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

Abraham Lincoln

Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.

Jean Paul

Mit dem Wissen wächst der Zweifel.

Goethe

Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.

Goethe

Es gibt vielerlei Augen. Auch die Sphinx hat Augen; und folglich gibt es vielerlei „Wahrheiten“, und folglich gibt es keine Wahrheit.

Nietzsche

Der Mensch, der nur sich liebt,
fürchtet nichts so sehr,
als mit sich allein zu sein.

Blaise Pascal

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Buchzitate:

 

Khalil Gibran:

5.Dezember:

Ich lauschte den Lehren des Konfuzius
und der Weisheit des Brahma.
Ich setzte mich neben Buddha
unter den Baum der Erkenntnis.
Doch nun ringe ich mit Unwissen und Unglauben.
Ich war auf dem Sinai,
als der Herr dem Moses erschien;
am Jordanufer war ich Zeuge
der Wunder des Nazaräers,
und in Medina hörte ich die Worte
des Propheten der Araber.
Doch siehe, nun bin ich Opfer des Zweifels.

31. März

Warum nennst du den Stein ein totes Ding?
Bist du so lange in diesem Garten gewesen und weisst immer noch nicht, dass es hier nichts Totes gibt? Alle Dinge hier leben, und sie glühen vom WIssen des Tages und von der Majestät der Nacht. Du und der Stein sind eins. Der einzige Unterschied besteht in eurem Herzschlag. Dein Herz klopft ein wenig schneller, mein Freund. Es ist nicht so ruhig, nicht wahr? Der Rhythmus des Steins ist sicher anders als der deines Herzens. Aber ich sage dir: Wenn du in die Tiefen deines Herzens hineinhorchst und die Höhen des Horizonts ermisst, so wirst du eine einzige Melodie vernehmen, und in dieser Melodie stimmen der Stein und der Stern gleichermassen ein.

20.August

…Kunst besteht nicht aus den Hebungen und Senkungen einer Melodie, die man hört, auch nicht in den Glockenklängen eines Gedichts, dem man lauscht, und nicht in den Linien und Farben eines Bildes, das man betrachtet. Vielmehr besteht sie aus jenen Pausen des Schweigens, die sich zwischen den Hebungen und Senkungen einer Melodie ausdehnen; sie besteht aus dem, was in dich einströhmt von den stillen, nicht zur Sprache gelangten Gedanken des Dichters und aus dem, was ein Bild dir an Schönerem und Erhabenerem offenbart, als es seine Linien und Farben auszudrücken vermögen.

Susanna Tamaro/Geh wohin dein Herz dich trägt

…(Schluss)…Natürlich ist das alles nicht wahr, ich werde nichts tun. Wenn ich irgendwo sein werde, wenn es mir möglich sein wird, dich zu sehen, werde ich nur traurig sein, so wie ich jedesmal traurig bin, wenn ich ein vergeudetes Leben sehe, ein Leben, in dem der Weg der Liebe sich nicht durchsetzen konnte. Gib auf dich acht. Jedeslmal, wenn du, wachsend, Lust haben wirst, die falschen Dinge in richtige Dinge zu verwandeln, erinnere dich daran, das die erste Revolution, die man machen muss, die im eigenen Inneren ist, das ist die erste und wichtigste. Für eine Idee zu kämpfen, ohne eine Idee von sich selbst zu haben, ist mit das gefährlichste, was man tun kann.
Jedesmal, wenn du dich verloren fühlst, verwirrt, denk an die Bäume, an ihre Art zu wachsen. Denk daran, dass ein Baum mit einer grossen Krone und wenig Wurzeln beim ersten Windstoss umgerissen wird, während bei einem Baum mit vielen Wurzeln und kleiner Krone die Säfte nicht richtig fliessen. Wurzeln und Krone müssen gleichermassen wachsen, du musst in den Dingen und über den Dingen sein, nur so wirst du Schatten und Schutz bieten können, nur so wirst du zur rechten Jahreszeit blühen und Früchte tragen können.
Und wenn sich dann viele verschiedene Wege vor dir auftun werden, und du nicht weisst, welchen du einschlagen sollst, dann überlasse nichts dem Zufall, sondern setz dich und warte. Atme so tief und vertrauensvoll, wie du an dem Tag geatmet hast, als du auf die Welt kamst, lass dich von nichts ablenken, warte, warte noch. Lausche still und schweigend auf dein Herz. Wenn es dann zu dir spricht, steh auf und geh, wohin es dich trägt…

(S.130)…Von allen Gewohnheiten des modernen Menschen, sagte er, ist das lesen von Tageszeitungen eine der schlechtesten. Morgens, in dem Augenblick, in dem die Seele am offensten ist, ergiesst sich so das ganze Übel, das die Welt am Tag zuvor hervorgebracht hat, in sie hinein….

(S.141)….In jener Nacht war mir plötzlich etwas bewusst geworden, nämlich dass es zwischen unserer Seele und unserem Körper viele kleine Fenster gibt, durch die, wen sie offen sind, die Gefühle hin und her strömen; sind sie nur angelehnt, dringt kaum etwas durch, und nur die Liebe kann sie alle auf einmal wie durch eien Windstoss schlagartig öffnen….(…)….Solange du nicht verliebt bist, solange dein Herz noch frei ist und dein Blick niemandem gehört, schenkt dir keiner von all den Männern, die dich interessieren könnten, auch nur die geringste Beachtung; dann, in dem Augenblick, in dem du von einem einzigen Menschen eingenommen bist und die anderen dir vollkommen gleichgültig sind, laufen dir alle nach, sagen dir Zärtlichkeiten, machen dir den Hof. Es ist die Wirkung der Fenster, von denen ich vorher sprach, wenn sie offen stehen, gibt der Körper der Seele viel Licht und ebenso die Seele dem Körper, sie Spiegeln und erleuchten sich gegenseitig. In kurzer Zeit bildet sich rund um dich eine Art goldene, warme Aura, und diese Aura zieht die anderen Männer an wie Honig die Bären…..
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Urs Widmer (Der blaue Siphon)

„…Gab mich wieder dem Alltag hin. Ölfelder brannten. Bomben fielen auf Städte. Raketen flogen auf der Höhe der Verkehrsampeln Avenuen entlang und detonierten an ihrem Ende. So hatten die Menschen auch früher in den Himmel gestarrt, in Dresden, in Coventry, und die Flugzeuge gesehen, und dann die schwarzen Punkte, die ihnen entgegenfielen, und die Frauen hielten ihren Kindern die Ohren zu, bevor sie zerrissen wurden. So waren andere, rennend, langsamer als die Luftgifte gewesen, krümmten sich in den Strassen. So rannten die in Pompeji, zu spät, dem Hafen zu: der Glutregen war schneller. So fuhren die Napalstürme durch die Hüttendörfer. So erschlugen die Horden der Hunnen Bauern, deren Beine unter Heuhaufen zappelten. So verreckten die Russen im brennenden Moskau und die Franzosen ohne Schuhe im Schnee, die Beresina noch weit. So Kratzte Napoleon ab, ungeliebt. So töteten ohne eine Regung  Vietnamesen Millionen Kambodschaner oder Kambodschaner Millionen Vietnamesen, wer weiss das heute noch. Die Juden. Die Sieger halten ihre Siege aus, lebend, und die Toten sind tot. Wer kennt ein Opfer? Ölfelder brannten jedenfalls…“

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Do not stand at my grave and weep;
I am not there. I do not sleep.
I am a thousand winds that blow.
I am the diamond glints on snow.
I am the sunlight on ripened grain.
I am the gentle autumn rain.
When you awaken in the mornings hush.
I am the swift uplifting rush
Of quiet birds in circled flight.
I am the soft stars that shine that night.
Do not stand at my grave and cry;
I am not there. I did not die.

Anonymous

Everyone Sang
Everyone suddenly burst out singing;
And I was fill`d with such delight
As prison`d birds must find in freedom
Winging wildly across the white
Orchards and dark-green fields; on;on; and out of sight.
Everyone`s voice was suddenly lifted,
And beauty came like the setting sun:
My heart was shaken with tears; and horror
Drifted away…O but Everyone
Was a bird; and the song was wordless; the singing will never be done.

Siegfried Sassoon

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„Heute Indianer zu sein heisst, für jede Indianerfeder 15 Dollar zu zahlen, obwohl du für den nächsten Tag nicht genug zu essen hast. Indianer zu sein bedeutet, das Beste zu geben, was immer du machst, aber dich nie offen mit deinem Mitmenschen zu messen. Dadurch stehst du nicht gut und der andere schlecht da. Indianer zu sein heisst, mindestens einen Alkoholiker in der Familie zu haben, der dich täglich um Geld anschnorrt. Indianer zu sein heisst, ständig ein Duzend Missionare mit ebensoviel Glaubensbekenntnissen um dich herum zu sehen, die allesamt deine heidnische Seele retten wollen. Indianer zu sein bedeutet, dass du mindestens zwei Tage im Monat an deinem Arbeitsplatz fehlst, weil wieder Freunde und Verwandte von dir sterben. Indianer zu sein heisst, die Zeit nach deinem 44. Geburtstag als Geschenk zu betrachten. Indianer zu sein heisst, das du die Namen Grey Wolf, Thunder Chief und Smoke Walker schöner empfindest als Smith, Jones, Brown oder Johnson. Indianer bleibt man ewig!“
(Freie Übersetzung eines Ausspruchs des Winnebago Indianers Reuben Snake Jr.)
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1067.
Und wisst ihr auch, was mir „die Welt“ ist? Soll ich sie euch in meinem Spiegel zeigen? Diese Welt: ein Ungeheuer von Kraft, ohne Anfang, ohne Ende, eine feste, eherne Grösse von Kraft, welche nicht grösser, nicht kleiner wird, die sich nicht verbraucht, sondern nur verwandelt, als Ganzes unveränderlich gross, ein Haushalt ohne Ausgaben und Einbussen, aber ebenso ohne Zuwachs, ohne Einnahmen, vom „Nichts“ umschlossen als von seiner Grenze, nichts Verschwimmendes, Verschwendetes, nichts Unendlich-Ausgedehntes, sondern als bestimmte Kraft einem bestimmten Raum eingelegt, und nicht einem Raume, der irgendwo „leer“ wäre, vielmehr als Kraft überall, als Spiel vo Kräften und Kraftwellen zugleich Eins und Vieles, hier sich häufend und zugleich dort sich mindernd, ein Meer in sich selber stürmender und fluthender Kräfte, ewig sich wandelnd, ewig zurücklaufend, mit ungeheuren Jahren der Wiederkehr, mit einer Ebbe und Flut seiner Gestaltungen, aus den einfachsten in die vielfältigsten hinaustrebend, aus dem Stillsten, Starrsten, Kältesten hinaus in das Glühendste, Wildeste, Sich-selber-Widersprechendste, und dann wieder aus der Fülle heimkehrend zum Einfachen, aus dem Spiel der Widersprüche zurück bis zur Lust des Einklangs, sich selber bejahend noch in dieser Gleichheit seiner Bahnen und Jahre, sich selber segnend als Das, was ewig wiederkommen muss, als ein Werden, das kein Sattwerden, keinen Überdruss, keine Müdigkeit kennt;
diese meine dionysische Welt des Ewig-sich-selber-Schaffens, des Ewig-sich-selber-Zerstörens, diese Geheimniss-Welt der doppelten Wollüste, dies mein „Jenseits von Gut und Böse“ ohne Ziel, wenn nicht im Glück des Kreises ein Ziel liegt, ohne Willen, wenn nicht ein Ring zu sich selber guten Willen hat,- wollt ihr einen Namen für diese Welt? Eine Lösung für alle Rätsel? Ein Licht auch für euch, ihr Verborgensten, Stärksten, Unerschrockensten, Mitternächtlichsten? – Diese Welt ist der Wille zur Macht- und Nichts ausserdem. Und auch ihr selber seid dieser Wille zur Macht – und nichts ausserdem.
Friedrich Nietzsche aus: Der Wille zur Macht
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Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein.
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war,
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist einsam sein.
Kein Mensch kennt den anderen,
Jeder ist allein.

Traurigkeit

Die mir noch gestern glühten,
Sind heute dem Tod geweiht,
Blüten fallen um Blüten
Vom Baum der Traurigkeit.

Ich seh sie fallen, fallen
Wie Schnee auf meinen Pfad,
Die Schritte nicht mehr hallen,
Das lange Schweigen naht.

Der Himmel hat nicht Sterne,
Das Herz nicht Liebe mehr,
Es schweigt die graue Ferne,
Die Welt ward alt und leer.

Wer kann sein Herz behüten
In dieser bösen Zeit?
Es fallen Blüten um Blüten
Vom Baum der Traurigkeit.

 

 

Doch heimlich dürsten wir …

Anmutig, geistig, arabeskenzart
Scheint unser Leben sich wie das von Feen
In sanften Tänzen um das Nichts zu drehen,
Dem wir geopfert Sein und Gegenwart.

Schönheit der Träume, holde Spielerei,
So hingehaucht, so reinlich abgestimmt,
Tief unter deiner heiteren Fläche glimmt
Sehnsucht nach Nacht, nach Blut, nach Barbarei.

Im Leeren dreht sich , ohne Zwang und Not,
Frei unser Leben, stets zum Spiel bereit,
Doch heimlich dürsten wir nach Wirklichkeit,
Nach Zeugung und Geburt, nach Leid und Tod.

 

Dunkelste Stunden

Das sind die Stunden, die wir nicht begreifen!
Sie beugen uns in Todestiefen nieder
Und löschen aus, was wir von Trost gewußt,
Sie reißen uns geheimgehaltene Lieder
Mit blutend wunden Wurzeln aus der Brust.Und doch sind das die Stunden, deren Last
Uns Stille lehrt und innerlichste Rast
Und die zu Weisen uns und Dichtern reifen.

 

Herman Hesse

 

 

 

 

 

 

 

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